
Am 5./6. September 2026 trafen sich Boxerzüchter, – richter und – interessierte aus mehreren europäischen Ländern zu einem intensiven Informations-und Arbeitswochenende. Veranstaltungsort war das Lufthansa Hotel in Seeheim, das für mich von fünf Sternen sechs bekommen würde. Das Organisationsteam des BK hatte an alles gedacht und vorbereitet, sodass die Veranstaltung wie geplant und reibungslos ablaufen konnte. Lediglich die Simultanübersetzung mit KI ( es wurde in sechs Sprachen übersetzt) sorgte manchmal für Lacher oder auch Verwirrung.
Aus unserer Landesgruppe waren wir leider nur zu viert: das Ehepaar Aschenbach ( Zwinger v.Shakespeare’s Garden), Maike Vollmann ( Zwinger v. Brömchen) und ich (Zwinger v.d.Elchtränke und Zuchtwartin Gr.Salzgitter). Schade, denn hier hatten alle die Chance zu lernen, Fragen zu stellen und auch Kritik zu äußern.
Pascal Trifilief, Formwertrichter und Züchter des Zwingers de Bellemanie aus Frankreich, sprach zu dem Thema „Haben sich Standardvorgaben und Zucht voneinander entfernt?“. Mit Zeichnungen und Fotos belegte er, wie man sich während der letzten Jahrzehnte immer wieder vom Standard entfernt hat. Er betonte die wichtige, verantwortungsvolle Rolle der Formwertrichter dabei, ob es bei der Zucht zu Fehlentwicklungen kommt.
Erik Fick, Zwinger van Wordanis aus den Niederlanden, stellte die aktuellen Anforderungen zur Boxerzucht in den Niederlanden vor. Seit einigen Jahren greift der niederländische Staat massiv bei der Zuchtzulassung brachycephaler Rassen ein. Alle Boxer, die zur Zucht verwendet werden sollen, werden von einem Tierarzt anhand eines standardisierten Tests beurteilt. Dieser Test wurde von der Universität Utrecht herausgegeben.
Bewertet werden:
- Atmung in Ruhe
- Größe der Nasenöffnung
- Vorhandensein einer Nasenfalte (sollte besser nicht vorhanden sein)
- sichtbares Weiß des Auges
- vollständiger Lidschluss
- CFR, bedeutet der Quotient aus Länge des Fangs geteilt durch Länge des Oberkopfes
Als Vertreter des VDH sprach der Tierschutzbeauftragte des VDH Dr.Jan Peter Bach, TiHo, über „Brachycephalie – gesundheitliche Risiken und gesetzliche Vorgaben“.
Die beiden letzten Themen des 1.Tages befassten sich mit weißen Boxern. Wissenschaftlich orientiert stellte Dr.Claudia Scheurich, Zwinger von Ker Karo, die molekularbiologischen Prozesse und die Vererbung der Fellfarbe Weiß vor. Anschließend berichtete Stefano Bartolino aus Italien, Zwinger di Casa Bartolino, von seiner ca. 20jährigen praktischen Erfahrung mit der Zucht mit weißen Boxern.
Da die weiße Farbe beim Boxer rezessiv vererbt wird und dem gegenüber Nichtweißvererber dominant sind, fallen in Würfen mit einem weißen Partner und einem nicht Weiß vererbenden Partner, nur farbige Welpen. Auch die weißen Abzeichen sind bei diesen Welpen nicht größer als bei Paarungen mit zwei farbigen Partnern. Aufgrund der molekularbiologischen Prozesse (s.Vortrag von Frau Dr. Scheurich) können weiße Hunde oder Hunde mir großen weißen Abzeichen am Kopf eher taub sein als farbige.
Der 2.Tag stand unter dem Thema „ Gesundheit verstehen – Gentests sinnvoll nutzen“ Referentin Frau Dr.Melissa Cox von Cetagen. Zuerst stellte Frau Dr.Cox verschiedene Gentests vor. Im 2.Schritt erklärte sie, dass Gentests richtig interpretiert werden müssen, denn ein positiver Test bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund erkrankt. Auch ist nicht jede getestete Variante für den Boxer relevant. Ein großer Fehler wäre auch Träger einer Krankheit aus der Zucht auszuschließen. Das würde die Zuchtbasis unverhältnismäßig einschränken. Wichtig ist eher eine passende Verpaarung.
Das Fazit, das Frau Dr. Cox zieht, Gentests sind ein wertvolles Werkzeug für die Zucht, sind allerdings nicht die alleinige Garantie für Gesundheit. „Das Ziel sollte deshalb nicht sein, möglichst viele genetische Varianten „weg zu testen“, sondern genetische Information sinnvoll nutzen“

Am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer drei Workshops zuordnen:
- weiße Boxer
- Gentests
- Brachycephalie
Im Plenum wurden die Ergebnisse der einzelnen Workshops vorgestellt.
Gegen 16.00 Uhr endete diese rundum gelungene Veranstaltung.

Wird es ein 2.Welt-Boxer-Symposium geben?
Dagmar Cyron

Am vergangenen Wochenende trafen sich sechs Jugendliche aus der Landesgruppe Niedersachsen sowie eine Teilnehmerin aus Bayern unter der Leitung von unserer Jugendbeauftragten Lena Kosmalla zu einem abwechslungsreichen und lehrreichen Jugendwochenende im Boxerklub Isenbüttel-Gifhorn.












